Suche

Barrierefreies Studium. Die Rechtslage in der Schweiz

Wie steht es eigentlich mit dem Rechtsanspruch auf Barrierefreiheit an schweizer Fachhochschulen und Unis? Ein paar allgemeine Hinweise gibt "integriert studieren" auf seiner Webseite.

Viele Einschränkungen bei der Aufnahme oder Durchführung eines Studiums ergeben sich für behinderte Studierende bereits durch die Struktur einer Hochschule.
 
So wird beispielsweise der Studienverlauf von Studierenden, die sich im Rollstuhl fortbewegen, nicht dadurch beeinträchtigt,
dass sie den Studienanforderungen nicht gewachsen sind, sondern dadurch, dass sie Räume aufgrund eines fehlenden Aufzugs oder einer zu schmalen Tür nicht
erreichen können.
Ebenso sind hörbehinderte Studierende nicht in der Lage, bestimmte Veranstaltungen erfolgreich zu absolvieren, wenn dafür kein/e Gebärdensprachdolmetscher/in oder technische Vorrichtungen wie Höranlagen zur Verfügung stehen.
 
Strukturelle Barrieren durch die Umwelt
verhindern, dass Chancengleichheit für Menschen mit einer Behinderung umgesetzt wird.
Als öffentliche Einrichtungen sind Hochschulen jedoch verpflichtet,
die Gleichstellung aller Studierenden sicherzustellen.   


 


Behindertengleichstellungsrecht


Bereits seit einigen Jahren verfügt die Schweizerische Rechtsordnung über Instrumente, welche Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen im
Hochschulbereich verhindern, verringern und beseitigen, sowie ihre Gleichstellung fördern sollen. Zentral sind das verfassungsrechtliche Verbot der Diskriminierung
wegen einer körperlichen, geistigen und psychischen Behinderung (Art. 8 Abs. 2 BV), sowie das Bundesgesetz
über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen
(BehiG).


Auch kantonale Gesetze verpflichten ihre Hochschulen, die Bedürfnisse behinderter Menschen zu berücksichtigen. Die Bestimmungen sagen im Wesentlichen
das Folgende:


 



  • Anspruch auf benachteiligungsfreien Zugang zu Dienstleistungen der Hochschulen

Es besteht eine Pflicht, behinderte Studierende vor Benachteiligungen zu schützen. Diese haben einen Anspruch darauf, dass konkrete Benachteiligungen beseitigt bzw. drohende Benachteiligungen unterlassen werden.



  • Bauliche Zugänglichkeit herstellen

Die Eigentümer einer Hochschule müssen bei Neu- und Umbauten im Rahmen der Verhältnismässigkeit die hindernisfreie Zugänglichkeit und Begehbarkeit des Gebäudes gewährleisten.



  • Öffentliche Verkehrsmittel

Bis spätestens 2013 müssen die Kommunikationssysteme und Billettautomaten aller öffentlichen Verkehrsbetriebe zugänglich sein. Bestehende Bauten und Anlagen, sowie Fahrzeuge sind bis 2023 hindernisfrei umzugestalten. Bis dahin sind im Rahmen der Verhältnismässigkeit angemessene Ersatzlösungen anzubieten.



  • Behindertengleichstellung fördern

Auf der Basis des BehiG kann der Bund Gleichstellungsprojekte fördern. Das Eidgenössische
Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen
(EBGB) ist hier die zuständige Anlaufstelle.





Auszug aus der
Webseite von "integriert studieren"<./a>


Gefunden am 8. Dezember 2011.